Winfried Schmitt 21.05.2010: Bei mir im Gemüsegarten (lehmige Erde mit Holzhäckseln) habe ich über mehrere Tage einen Tintling beobachtet. Er wuchs meist in kleinen Gruppen, seltener einzeln.Zunächst glaubt man, einen Rädchentintling (Scheibchentintlintling) (Coprinus plicatilis) vor sich zu haben. Dieser wächst jedoch fast immer im Gras. Deshalb habe ich ihn genauer untersucht und nach H. Bender bestimmt. Nach Bender bin ich zum Ergenbnis gekommen, dass es sich um Coprinus leiocephalus handelt (Kleinsporiger Scheibchentintling) handelt. (Atlas des Saarlandes Nr. 352) Dieser liebt lehmige nackte Erde mit Holzhäckseln untermischt. Gleichzeitig habe ich in der Wiese einige Rädchentintlinge gefunden (alle einzeln). Makroskopisch kann man kaum Unterschiede feststellen. Die Sporen sind jedoch verschieden, sowohl in Form als auch in der Größe, ebenso die Zystiden. Sporen von C. leiocephalus: breitelliptisch, fast fünfeckig bis mitriform (wie eine Mitra) mit apikaler Papille. Größe: 8,2-9,7 x 6-6,5 µm Sporen von C. plicatilis:ovoid Größe: 9,5 – 12 x 6 – 7,5 µm Beschreibung von C. leiocephalus: Makroskopisch: Hut: jung eiförmig bis zylindrisch, dann glockenförmig, später flach ausgebreitet, jung schmutzig gelbbraun bis rotbraun, später graubraun bis grau, gerieft-gefurcht fast bis zum Zentrum. Zentrum rotbraun. Lamellen: jung schmutzig weiß-grau, später grau-schwarz, nicht an den Stiel heranreichend. Stiel: glatt. weißlich mit kleiner Knolle Mikroskopisch: Sporen von C. leiocephalus: breitelliptisch, fast fünfeckig bis mitriform (wie eine Mitra) mit apikaler Papille. Größe: 8,2 9,7 x 6-6,5 µm Basidien: 4-sporig Cheilozystiden: flaschenförmig, bauchig bis blasig, bis 80 µm Pleurozystiden: bauchig, blasig, euterförmig bis über 100µm Huthaut: blasige Zellen Anmerkung: Obwohl der Pilz im Atlas des Saarlandes nur zwei Punkte hat, ist er wahrscheinlich weit verbreitet, aber wenig beachtet, oft als Rädchentintling (fehl-)bestimmt.