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Familienausflug der Hochwälder Kahlköpfe  zum Forellenhof im Trauntal bei Börfink

                                       Vogesenfahrt am 02.10.2008

Aktualisierung am 22. Okt. 2008:      Cortinarius bivelus;      Elaphomyces muricatus (Mik-Foto);    Russula atrorubens;   Cyphella digitalis (Mik-Foto)


Trotz ungünstiger Wetterprognose konnten wir unsere  Exkursionen an unserem diesjährigen Ausflug in die Vogesen trockenen Fußes durchführen.
Unsere Vormittagsexkursion am "Hexentisch" bei Saverne führte uns in einen mit Birken und vereinzelten Laubbäumen durchsetzten Nadelwald mit Fichten, Kiefern und Weißtannen in  ca.500m Höhe.
Auch unsere Nachmittagsexkursion war  im gleichen Typ Nadelwald bei über 600m in der Umgebung von Engenthal.
Wie schon Tradition, genossen wir unseren Mittagstisch im sehr empfehlenswerten Restaurant Zollstock im kleinen Ort La Hoube bei Dabo

Anmerkung zu den Funden bei Saverne
Suillus placidus: Einer der ersten Funde war der Elfenbeinröhrling, Suillus placidus, eine Art, die wir nur selten sehen.
Cortinarius bivelus: Ein Gürtelfuß, den wir als Cortinarius laniger vermuteten, stellte sich bei der mikroskopischen Überprüfung als Cortinarius bivelus, der Birken-Gürtelfuß heraus. Die filzigen Velumreste am Hut und weiße Gürtelzonen am Stiel hat passten auch zu C. laniger, aber unsere Sporen von 7-9 x 4-5,5 ym sind für C. laniger  zu klein (Brandrud: 9-11x 5-6ym).  Auch passt die mehr bräunliche Hutfarbe zu C. bivelus besser als zu dem orangebräunlichen Hut von C. laniger. Ein weiteres Indiz  war die fein angedrückte faserige Huthaut und sein Standort bei Birke (Fichte im Umfeld). Unsere Sporen sind jedoch etwas schmäler als angegeben bei Brandrud: (7)8-9(10) x (5) 5,5-6(6,5).
Cyphella_digitalis: Ein interessanter Fund von Willi Marchina war Cyphella_digitalis, der Weißtannenfingerhut, der streng an die Weißtanne gebunden ist und zu den cyphelloiden Pilzen zählt, deren Fruchtkörper positiv geotrop ausgerichtet sind.
Drei Hautköpfe konnten wir letztendlich nicht sicher bestimmen, jedoch sind sie zumindest dem Umfeld von Cortinarius semisanguinesus, dem Blutblättrigen-, cinnamomeoluteus, dem gelbblättrigen- und cinnamomeus, dem Zimthauptkopf zuzuordnen.
Russula atrorubens, der zu den Atropurpurinae gehörende Schwarzrote Speitäubling finden wir selten im Saarland. Mikroskopisch nachgeprüft von Armin Groß. R. atrorubens hat einen ähnlichen Geruch wie R. fragilis aber u.a.sind seine Sporen länglicher als bei R. fragilis.
Leccinum nucatum: Einige weiße Exemplare, unter den in großer Anzahl auftretenden Birkenröhrlingen, sind entsprechend den Angaben im Kriegelsteiner Band 2 S. 267 Leccinum nucatum, dem Grobschuppigen Raufuß zuzuordnen.
Elaphomyces muricatus, die Stachelige Hirschtrüffel wurde von Peter Barth gefunden und von Willi Marchina mikroskopisch bestimmt. Die deutlich stacheligen Sporen von 16-25ym trennen den Fund eindeutig von der Kleinwarzigen Hirschtrüffel E. granulatus, die nur warzig ornamentierte und auch größere Sporen besitzt (>siehe Exsikkat Vergleichsbild E. granulatus von Willi Marchina). Anzumerken zum Sporenbild wäre noch, dass die Sporen von unserem Fund wahrscheinlich noch nicht voll ausgereift waren.

Anmerkung zu den Funden bei Engenthal
Hericium flagellum:
Das Highlight der zweiten Exkursion war ohne Zweifel  der Tannen Stachelbartes mit wunderschönen Exemplare an Weißtanne.
Lactarius albocarneus: Innerhalb von zwei Wochen sahen wir auch zum zweiten Mal Lactarius albocarneus, den Ganzschleimigen- bzw.Graublassen Milchling, der jedoch in diesem Mittelgebirge bei Weißtanne wahrscheinlich eine starke Verbreitung haben müsste.
Cortinarius  rubellus: Zum Abschluss fand Rudi Blaesius noch den Spitzgebuckelten Raukopf Cortinarius  rubellus, ein tödlich giftiger Schleierling, der bei uns im Saarland nicht vorkommt.


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Erstes Exkursionsgebiet bei Saverne
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Frühstück im Freien
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Mittagstisch im Restaurante Zollstock
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Kupferroter Gelbfuß
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Kupferroter Gelbfuß
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Birken- Gürtelfuß
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Birken- Gürtelfuß
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Birken- Gürtelfuß
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Kleine Schleierlinge
Bocksdickfuß
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Bitterer Schleimkopf
Vorort konnten wir die Art nicht zuordnen und eine
Nachbestimmung wurde nicht durchgeführt.
Fr. Karin Montag hält ihn anhand Bild für C. infractus
Danke für den Tipp.
Auffällig waren die stark oliv-grünlich schimmerten Lamellen
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Spitzgebuckelter Raukopf
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Spitzgebuckelter Raukopf
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Hautkopf im Umfeld
Zimthaupfkopf
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Hautkopf im Umfeld
Gelbblättriger Hautkopf
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Hautkopf im Umfeld
Blutblättriger Hautkopf
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Vergleich der 3 Hautköpfe
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Tannenfingerhut
an Weißtanne
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große Basieden und
große runde Sporen
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Stachelige Hirschtrüffel
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Stachelige Hirschtrüffel
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deutlich stachelige Sporen
der stacheligen Hirschtrüffel
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deutlich stachelige Sporen
der stacheligen Hirschtrüffel
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Warzige Hirschtrüffel
als Vergleich
Exsikkat Willi Marchina
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Tannen- Stachelbart
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Tannen- Stachelbart
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Graublasser, Ganzschleimiger
bzw. Weißfleischiger Milchling
unter Weißtanne
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Graublasser, Ganzschleimiger
bzw. Weißfleischiger Milchling
unter Weißtanne
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Kampfermilchling
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Kampfermilchling
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Leberbrauner Milchling
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Leberbrauner Milchling
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Rotbrauner Milchling
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Grobschuppiger Raufuß
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Birkenpilz
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unbestimmter Helmling
an Nadelstubben
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Schwarzroter Speitäubling
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Schwarzroter Speitäubling
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Zedernholztäubling
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Wechselfarbiger Speitäubling
bei Birke
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Elfenbeinröhrling

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