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Familienausflug der Hochwälder Kahlköpfe  zum Forellenhof im Trauntal bei Börfink

                  Mikroskopiertage vom 10. bis 12 Nov. 2010 in Thailen                 
Teilnehmer:

Armin Groß, Willi Marchina, Armin Nilles, Peter Barth, Dirk Gerstner, Armin Groß, Werner Graß, Schmitt Winfried und  Rita Kallfelz,
Exkursion: 11.11.10./ Wiese am Campingplatz in Weiskirchen
 

Anmerkung
Beim obligatorischen Besuch der Saftlingswiese am Campingplatz in Weiskirchen fanden wir wieder einige alte Bekannte.
Diverse Saftlinge, Korallen oder auch Keulen, die wir in den vergangenen Jahren in dieser Wiese fanden, kennen wir nun mittlerweile etwas besser,
jedoch gibt es immer noch genug Arten, die uns auch in Zukunft die jährlichen Novembertreffen bereichern werden.

Erwähnenswert ist eine Clavulinopsis/Ramariopsis-Art (?), die wir schon 2008 nicht richtig einordnen konnten. Unser diesjähriger Fruchtkörper war jedoch schon etwas überständig, so dass eine nachträglich vorgesehene Mikro-Dokumentation nicht mehr zustande kam. Die Frage, Sporen warzig oder nicht, konnte 2008 nicht eindeutig beantwortet werden, wogegen wir nun die Sporen als eindeutig warzig festhalten konnten (Graß-Marchina). Wie schon 2008 vermuten wir diesen Fund im Umfeld Clavulinopsis umbrinella,  Ramariopsis subtilis (oder Ramariopsis tenuiramosa). Fehlende Erfahrung mit diesen Gattungen, sowie auch die teilweise sehr unterschiedlichen Abbildungen und Beschreibungen, die wir zu diesen Arten in der Literatur  und Internet) fanden, konnten auch nicht zur Aufklärung beitragen. Literaturhinweise: ZMyk67.2 / BK2-450 / Jülich/
Ein weißlicher Saftling mit rosa-rot getöntem Hut mit extrem starkem Geruch nach Kokos gab uns Rätsel auf. Um so überraschender war für uns, dass genau diese Merkmale von Boertmann, in The genus hygrocybe, bei einer von Bakterien befallenen Hygrocybe virginea beschrieben werden.
Typhula spathulata, das Schneeweißes Fadenkeulchen, wurde von Armin Groß zu den Mikrotagen mitgebracht. Es stammte vom selben Fundort wie 2008 und gleichem Substrat (feucht gelagerte Eberesche-Ästchen und Walnuss-Blätter). Da die Sporenform bei der Bestimmung 2008 etwas von der Abbildung in der ZMykol 65-2 abwichen, wurden die diesjährigen Funde nochmals gemeinsam überprüft. Unser gemeinsames Ergebnis bestätigte die Bestimmung von 2008.
Ein weiteres Mitbringsel war ein kräftiger, rotbraun gefleckter Ritterling mit Mehlgeruch, bei Kiefer. Werner Graß fand ihn bei Schöndorf (Osburger Hochwald, Rh-Pfalz) und hielt ihn mit dem Arbeistnamen Rotfleckender Kiefernritterling, Tricholoma stans cf fest. Er gilt allgemein als sehr selten. Bei unserer gemeinsamen makroskopischen Überprüfung, anhand Literatur, kamen wir zum gleichen Ergebnis. Jedoch konnten wir aber auch keine wesentlichen Unterscheidungsmerkmale bei den Beschreibungen in der Literatur zum Weißbraunen Ritterling T. striatum (=T. albobrunneum) erkennen. Da auch kaum mikroskopische Abweichungen beschrieben sind, verzichteten wir auf eine mikroskopische Bearbeitung und beließen es bei dem Arbeitsnamen Tricholoma stans cf.
Hygrocybe ceracea (Wulfen:Fr)P.Kumm, der Zerbrechliche Saftling, wurde von Winfried Schmitt mikroskopisch und makroskopisch überprüft. Die Vorort-Bilder konnten im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei zugeordnet werden, so dass wir hier nur die Ergebnisse als Text-Datei festgehalten haben. >> Ergebnisse Hygrocybe ceracea

(Fotos: Groß Armin: ga  / Graß Werner: gw / Schmitt Winfried: sw)


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arrhenia_retiruga_ga1
Blasser Adernmoosling
Armin Groß KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Am Moos angewachsen, Böschung am Campingplatz
Hygophan blass-grau, Hymenium etwas dunkler,
Hymenium runzelig-faltig, Oberseite +-glatt
Ohne Stiel, cypheloid, am Scheitel angewachsen.
Saarland: s, G, als Arrhenia spathulata (Leptogl.muscigenum)
Foto:ga
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arrhenia_retiruga_ga1a
Blasser Adernmoosling
Armin Groß KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Hymenium runzelig-faltig, etwas dunkler
Foto:ga
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arrhenia_retiruga_ga2
Blasser Adernmoosling
Armin Groß KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Oberseite +- glatt
Foto:ga
arrhenia_retiruga_ga3.jpg
arrhenia_retiruga_ga3
Blasser Adernmoosling
Armin Groß KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Fruchtkörper ca. 0,5-15mm, jung oft rundlich
Foto:ga
arrhenia_retiruga_ga4.jpg
arrhenia_retiruga_ga4
Blasser Adernmoosling
Armin Groß KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Sporen tropfenförmig, ca. 6-7,5 x 3,5-4,5µm
Keine Schnallen vorhanden
Foto: ga
clavulinopsis_corniculata_ga1.jpg
clavulinopsis_corniculata_ga1
Geweihförmiges Keulchen, Gelbe Wiesenkoralle
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Wiese am Campingpatz (wie 2008)
Im Saarland als mäßig häufig (mh) gelistet.
Foto: ga
clavulinopsis_helvola_1sw1.jpg
clavulinopsis_helvola_1sw1
Gelbes Mooskeulchen
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Wiese am Campingplatz (wie 2008)
Schlank-keulig, meistens wellig verbogen, 30-60 x 2-3 mm,
manchmal etwas flach gedrückt mit Längsrillen (var. geoglossoides),
unverzweigt, spitz auslaufend, dottergelb,
Saarl: s, RL2
Bestimmt und Foto: sw
clavulinopsis_helvola_2ga.jpg
clavulinopsis_helvola_2ga
Gelbes Mooskeulchen
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Foto:ga
clavulinopsis_helvola_3sw2.jpg
clavulinopsis_helvola_3sw2
Gelbes Mooskeulchen
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Basidien mit 2 oder 4 Sterigmen, Basisschnallen
vorhanden. Sporen mit stumpfen Warzen und Höckern
(an manche Risspilze erinnernd).
Foto:sw
clavulinopsis_luteoalba_ga1.jpg
clavulinopsis_luteoalba_ga1
Gelbweiße Wiesenkeule
KK-Exk. Weiskirchen, 09.11.10
Wiese am Campingplatz (wie 2008)
Überwiegend unverzweigt, clavat bis
abgeplattet mit weißen Spitzen.
Saarl: es, R
Foto:ga
clavulinopsis_luteoalba_ga2.jpg
clavulinopsis_luteoalba_ga2
Gelbweiße Wiesenkeule
KK-Exk. Weiskirchen, 09.11.10
Mikrosk. überprüft: ga + gdi
Mikrofotos:ga
clavulinopsis_subtilis_umbrinella_spec_gw.jpg
clavulinopsis_subtilis_umbrinella_spec_gw
Unbekannt / subtilis u. umbrinella = Arbeitsnamen
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Wiese am Campingplatz, wie Fund 2008
Trotz umfangreichen Recherchen in der Lit. und
im Internet können wir die Art nicht richtig zuordnen.
Tipps oder Literaturhinweise zur Bestimmung nehmen wir
gerne an. Siehe dazu auch unserer Bericht vom 12 Nov. 2008
Foto: gw
crucibulum_laeve_sw.jpg
crucibulum_laeve_sw
Tiegelteuerling
Winfried Schmitt, KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Wald-Wiese am Campingplatz
Foto: sw
entoloma_conferendum_ga.jpg
entoloma_conferendum_ga
Kreuzsporiger Rötling
KK-Exk. Weiskirchen 11.11.10
Wiese an Fichtenwaldplatz beim Camping
Bestimmt Winfried Schmitt
Foto:ga
entoloma_conferendum_sw.jpg
entoloma_conferendum_sw
Kreuzsporiger Rötling
KK-Exk. Weiskirchen 11.11.10
Mikrofoto: sw
hygrocybe_virginea_ga1.jpg
hygrocybe_virginea_ga1
Jungfern-Ellerling
Armin Groß-KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Wiese am Campingplatz.
Bei einigen Fruchtkörpern war der Hut und teilweise
auch die Lamellen ros-rötlich getönt. Ein Rätsel
war uns der extrem starke Geruch nach Kokos.
Die Auflösung fanden wir bei Boertmann "The genus
hygrocybe", S48, der die rote Farbe und den Kokosgeruch
als Folge eines Bakterienbefalls beschreibt.
Foto:ga
hygrocybe_virginea_ga2.jpg
hygrocybe_virginea_ga2
Jungfern-Ellerling
Armin Groß-KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Auch die Lamellen waren bei einigen Fruchtkörpern
rosarot getönt.
Foto:ga
hygrocybe_virginea_ga3.jpg
hygrocybe_virginea_ga3
Jungfern-Ellerling
Armin Groß-KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Foto:ga
hygrocybe_virginea_ga4.jpg
hygrocybe_virginea_ga4
Jungfern-Ellerling
Armin Groß-KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Die Sporenform und Größe war sehr variabel
von schmalleliptisch bis breitelliptisch. Einige
Sporen waren in der Mitte eingeschnürt.
Mikrofoto:ga
melanoleuca_rasilis_agg_ga1.jpg
melanoleuca_rasilis_agg_ga1
Glatter oder Schlankstieliger Weichritterling (?)
Armin Groß, Oberlinxweiler, 08.11.10
Moosig-Gras im Steinbruch
Mitgebracht zu den Mikrotagen in Thailen
Bearbeitet: Graß, Schmitt, Gerstner, Groß
Überprüft u.a. mit Gröger, mit dem Ergebnis
Gruppe um rasilis Foto:ga
melanoleuca_rasilis_agg_ga3.jpg
melanoleuca_rasilis_agg_ga3
Glatter oder Schlankstieliger Weichritterling (?)
Armin Groß, Oberlinxweiler, 08.11.10
Mitgebracht zu den Mikrotagen in Thailen
Bearbeitet: Graß, Schmitt, Gerstner, Groß
Überprüft u.a. mit Gröger, mit dem Ergebnis
Gruppe um rasilis Foto:ga
melanoleuca_rasilis_agg_gdi_gw_sw.jpg
melanoleuca_rasilis_agg_gdi_gw_sw
Glatter oder Schlankstieliger Weichritterling (?)
Armin Groß, Oberlinxweiler, 08.11.10
Mitgebracht zu den Mikrotagen in Thailen
Bearbeitet: Graß, Schmitt, Gerstner, Groß
Überprüft u.a. mit Gröger, mit dem Ergebnis
Gruppe um rasilis Foto: ga
pseudoclitocybe_cyathiformis_ga1.jpg
pseudoclitocybe_cyathiformis_ga1
Kaffeebrauner Schein bzw. Gabeltrichterling
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
In Wiese am Waldrand beim Campingplatz
Foto:ga
pseudoclitocybe_cyathiformis_ga2.jpg
pseudoclitocybe_cyathiformis_ga2
Kaffeebrauner Schein bzw. Gabeltrichterling
KK-Exk. Weiskirchen, 11.11.10
Foto:ga
tricholoma_stans_cf_gw1.jpg
tricholoma_stans_cf_gw1
Rotfleckender Kiefern-Ritterling
Werner Graß, Schöndorf (Rheinl-Pfalz), 07.11.10
Mitgebracht zu den KK-Mikrotagen 10.11.10 in Thailen
Bei Kiefern, mit Mehlgeruch.
Obwohl alles für T. stans sprach, konnten wir ihn, auch
nicht gemeinsam, anhand Literatur sicher von T. striatum trennen
Mikroskopisch nicht überprüft.
Foto und Bestimmungsvorschlag: gw
Textdatei (.txt, 571 Bytes)
tricholoma_stans_cf_gw2.jpg
tricholoma_stans_cf_gw2
Rotfleckender Kiefern-Ritterling
Werner Graß, Schöndorf (Rheinl-Pfalz), 07.11.10
Mitgebracht zu den KK-Mikrotagen 10.11.10 in Thailen
Foto und Bestimmungsvorschlag: gw
typhula_spathulata_ga1.jpg
typhula_spathulata_ga1
Schneeweißes Fadenkeulchen
Armin Groß, Marpingen, 08.11.10
Bearbeitet an den KK-Mikrotagen Nov 2010
Hausgarten, Reisighaufen, auf 2 Jahre abgelagerten
dünnen Ästen von Eberesche und Walnuss-Blätter.
Fundort und Substrat wie 2009. (> siehe sep.Fotos)
Sklerotium ist unter der Rinde verborgen.
Bestimmt mit Zmykol 65-2 (und 57.1) Beitrag K. Siepe
Saarl: es, R Foto: ga
typhula_spathulata_ga2.jpg
typhula_spathulata_ga2
Schneeweißes Fadenkeulchen
Armin Groß, Marpingen, 08.11.10
Auf Eberesche-Ästchen.
Foto:ga
typhula_spathulata_ga3.jpg
typhula_spathulata_ga3
Schneeweißes Fadenkeulchen
Armin Groß, Marpingen, 08.11.10
Auf Walnuss-Blätter und Eberesche-Ästchen
Mehrhetlich 1 Fruchtkörper pro Sklerotium,
jedoch auch bis zu 5 Keulchen / Sklerotium.
Das Sklerotium ist nur an entrindeten Ästchen
sichtbar. Foto:ga
typhula_spathulata_ga4.jpg
typhula_spathulata_ga4
Schneeweißes Fadenkeulchen
Armin Groß, Marpingen, 08.11.10
Fruchtkörper 2-5 (7) mm x 1-2mm.
Stiel fast immer kürzer als Keule, jedoch auch
vereinzelte Fruchtkörper mit dünnem längeren Stiel.
Foto:ga
typhula_spathulata_ga5.jpg
typhula_spathulata_ga5
Schneeweißes Fadenkeulchen
Armin Groß, Marpingen, 08.11.10
Sporen amyloid, Hyph.ohne Schnallen
Sporengröße 8-10x3-4µm. Die Sporengröße passt
jedoch Sporenform ist nicht so schmal-tropfenförmig
wie abgebildet von Kl. Siepe in ZMykol 65.2 / S 194.
Sklerotium-Struktur in Aufsicht "skulpturiert" entspricht
der Abbildung in der ZMykol 65.2 / S 194 Foto:ga.

Bilder-Copyright: Groß A: ga / Schmitt W: sw / Graß HW: gw / Nilles A:na / Barth P:bp / Marchina W: mw / Kallfelz R: kr /Groß D.:gd /Gerstner D.: gdi
Erstellt mit BilderGalerie V2.6.1.1
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