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Manternach und Haff Réimech in Luxemburg Mai 2006

 

Exkursionsgebiet: Manternach und "Haff Réimech"
Datum: 26.04.2006
Exkursionsleiter: Graß Hans- Werner
Exkursionsteilnehmer: Willi Marchina, Winfried Schmitt, Armin Nilles, Peter Barth, Hans- Werner Graß, Armin Groß,
 
Manternach
Unser erstes Exkursionsgebiet war ein Schluchtwald auf Muschelkalk mit Eschen und Ulmen. An den steinig-felsigen Hängen, mit einer Vielzahl von Moosen und Farnen, prägte vor allem der Hirschzungenfarn, Phyllithis scolopentrium, das Bild dieses herrlichen Waldgebietes.
 
"Haff Réimech"
Das Naturreservat "Haff Réimech", bei Remerschen Nähe Remich, ist eines der größten Feuchtgebiete Luxemburgs und liegt direkt an der Mosel.
Es ist kein natürlich entstandenes Gebiet, sondern durch den Kies- und Sandabbau sind hier große Wasserflächen entstanden, die für Tiere und Pflanzen gleichermaßen interessant sind. Als dieses Gebiet 1998 unter Schutz gestellt wurde, begann man die Ufer abzuflachen, so dass mittlerweile die größten Weiher von einem schützenden Schilfgürtel umgeben sind. Die vielen flachen Uferzonen sind ideale Laichplätze für Amphibien. Besonders für Zugvögel ist das Haff Réimech ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Unter anderem sind hier ca. 220 Vogelarten nachgewiesen.
Aufgrund seiner überregionalen Bedeutung wurde das Haff Reimech in die Liste international bedeutsamer Feuchtgebiete, die durch die so genannte Konvention von Ramsar geschützt sind, aufgenommen.
 
Bemerkenswerte Funde
Besonders bleibt uns von Manternach vor allem das starke Vorkommen des prächtigen Hirschzungenfarns in Erinnerung.
 
Im Haff Réimech war für uns der Zitzen-Stielbovist, Tulostoma brumale, eindeutig das Highlight dieser Exkursion. In dem steinig-sandigen Uferbereich hatten einige Exemplare den Winter gut überstanden.
Die Stielboviste reifen im Spätherbst zuerst unterirdisch und werden anschließend durch einen Stiel aus der Erde gehoben. Die Basidiocarpien überdauern oft bis zum nächsten Frühjahr.
Auf den Bildern kann man gut die röhrige, zitzenartige Öffnung in der Endoperidie erkennen. Zusammen mit dem bräunlichen Hof um die Öffnung sind dies zwei wichtige Erkennungsmerkmale, die ihn vom Gewimperten Stielbovist, T. fimbriatum, unterscheiden. T. fimbriatum hat ein gewimpertes, nicht röhriges Peristom. Siehe zum Vergleich T. fimbriatum  Bild aus Internet
 
Den Ölkäfer (>Foto), der am Haff Réimich stark vertreten war, konnten wir dank Winfried Schmitt benennen. Laut Literatur entwickeln sich die Larven des Ölkäfers parasitär in Nestern von Bienen und Heuschreckeneiern.
 
Da war doch noch etwas mit dem  "Hundsärsch"
Auf dem ersten Bild sehen wir Armin Nilles am Haff Réimech mit einem kleinen Baum, der relativ wenig bekannt ist. Es handelt sich um die Mispel Mespilus germanica. Aus den Früchten dieses kleinen Baumes bzw. Strauches wird im westlichen Saarland die Schnapsspezialität mit dem originellen Namen "Hundsärsch" gebrannt. Wer die Früchte der Mispel nicht kennt, hier ein Bild: Früchte der Mispel

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Armin Nilles mit Mispelbaum
Aus den Früchten wird im Saarland
der so genannte "Hundsärsch" gebrannt
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Zitzen Stielbovist
aufgenommen im Haff Réimech
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Zitzen Stielbovist
Aufnahme 1 Tag später
(nicht org. Fundort)
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Zitzen Stielbovist
Aufnahme 1 Tag später
(nicht org. Fundort)
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Zitzen Stielbovist
mit zitzenartiger Öffnung
und bräunlichem Hof
Aufnahme 1 Tag später
(nicht org. Fundort)
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Gesäter Tintling
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gelbe Anemone
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Asplenium scolopendrium
hirschzungenfarn_ga
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War im "Haff Remich"
stark vertreten
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Schwarzroter Stielporling
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Schwarzroter Stielporling
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vierblaettrige_einbeere_ga.jpg
Paris quadrifolia
vierblaettrige_einbeere_ga

Bilder-Copyright: Groß A: ga / Schmitt W: sw / Graß HW: gw / Nilles A:na / Barth P:bp / Marchina W: mw / Kallfelz R: kr /Groß D.:gd /Gerstner D.: gdi
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